Mit der Wytske Eelkje durch Belte und Sunde

Reisebericht von Karl-Heinz Czierpka

Auf nach Kappeln

Die deutsche Flagge an der Steuerbord-Saling zeigt es dem Insider: wir sind zurück in Deutschland, und da die "Wytske Eelkje" unter niederländischer Flagge läuft, ist nun halt Schwarz-Rot-Gold an Steuerbord gefragt - die Gastlandflagge ist korrekt nach Überschreiten der dänisch-deutschen Grenze gesetzt worden.

Als wir den Windschatten der Insel Als verlassen, bekommen wir ihn wieder zu spüren: 4-5, in Böen auch mal 6 und immer noch aus Südwest - die Wytske Eelkje legt sich wieder auf die Seite und Hendrik nimmt seinen Platz auf dem Bugspriet ein und filmt nach achtern:

Blick aus dem Mast auf das Steuerdeck. Ganz unerschrockene können von hier einen wirklich tollen Blick genießen.

So einen Segler zu steuern, ist schon ein Spaß, ist aber auch ganz schön anstrengend, denn es gibt keinerlei Servo-Unterstützung. Zwar erleichtert der große Durchmesser die Arbeit, sind aber größere Rudereinschläge nötig, gibt das eine erhebliche Kurbelei.

Beim Niederholen des Großsegels gibt es ein Problem, trotz Lazy Jack muss Floris immer wieder auf den Baum steigen, irgendwie will der Lappen sich nicht so richtig legen - auch bei dicht geholter Schot eine wackelige Angelegenheit, vor allem, wenn das Segel hin und wieder Wind fängt und der Baum rüberschlägt.

Anlegen in Kappeln: Nach Durchfahren der Schlei-Mündung haben wir direkt in der Stadt festgemacht. Otto und Floris haben mal wieder ein Super-Manöver hingelegt, es waren ja auch immerhin mindestens 30 Zuschauer am Kai, da laufen die beiden dann zur Höchstform auf. Und sobald die letzte Trosse liegt und der Motor abgestellt ist, kommt das Ritual:

"SUPER gemacht"

Klar, ab sofort waren wir umlagert von Passanten. Den gesamten Nachmittag und Abend haben Sie unseren Segler umstanden. Sollten wir noch einmal mit einem Rah-Segler fahren, werden wir die Kosten für den Törn durch ein gut durchorganisiertes Rahmenprogramm bestreiten: Würstchen und Bier vor dem Schiff, Führung durch das Schiff und Gespräch "mit einem unserer Rahsegler", Captain´s Dinner im Salon und als besondere Attraktion: Duschen und WC-Benutzung - alles gegen harte Währung.

Boah - und da oben klettern die rum? Jau, datt tun wir!

Märchenstunde auf dem Sonnendeck: Jördis liest den Kindern eine unheimliche Geschichte vor - Léon macht sich gleich sonstwo hin - gesegnet mit einer tiefen Stimme kann Jördis vor allem Monster und andere Zwielichter gut imitieren - da gruselt es einem so richtig. Nicht vor Jördis, vor den Monstern natürlich!

Also, es ist die unangenehme Wahrheit, aber wir verspüren schon wieder dieses leichte Hungergefühl, und da helfen die kleinen goldig eingepackten Kügelchen überhaupt nicht, da muss schon was handfestes her. Aber vor das Essen haben die Götter den Schweiß gesetzt - oder so ähnlich. Erstmal müssen Kartoffeln geschält, Äpfel abgewaschen werden usw. Blöde Götter!

Und Hendrik stellt das heutige Menü vor: Grillspieße á la Pierre an geschmortem Obst der Saison - dazu empfiehlt er ein landestypisches Kappelner Pils - echt gut!

Den Nachtisch nehmen wir im Ort - das Eiscafé Pinocchio bietet das entsprechende Angebot, dass auch unseren Ansprüchen gerecht wird.

Mehmet bedient und ist die Ruhe selbst, währeend David aus der langen Liste die Sorten für seine Riesenportion auswählt. Das war nun mal wirklich lecker!!! .

Abends an Bord - Otto pockert mit der Jugend und zeigt uns mehr als deutlich, dass man seinem Gesicht nichts, aber auch gar nichts ansehen kann - und da hatten wir doch während der kritischen Momente immer gedacht, solange Otto lacht, ist alles in Ordnung. NEIN, er lacht noch, wenn ihm schon das Wasser (pockermäßig) bis zum Hals steht. Jetzt hat er auf jeden Fall zu hoch gepockert, das muss in die Hose gehen. Jördis jedenfalls sieht gute Chancen und auch David muss sich das Schmunzeln verkneifen...

...und, was ist unter dem Hütchen - eh Würfelbecher??? Blankes Entsetzen spiegelt sich in den Gesichter: Full House - Otto hat schon wieder gewonnen, das kann nicht mit rechten Dingen zugehen.

Diese Bilder sprechen Bände...

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