Mit der Hoop op Welvaart in Friesland unterwegs - Bericht von Karl-Heinz Czierpka

Nix mit schlechtem Wetter,

der nächste Morgen begrüßt uns mit freundlichem Wetter und wir machen uns auf den Weg von Harlingen in Richtung Texel - unterhalb der Küste wollen wir uns "entlangschleichen" und so geht es durchs Molenrak und über den Schuitenzand...

...in Richtung Texel. Schwierig wird die Navigation durch den Wasserstand und so muss Frank "Rolli" spielen, im Klartext: Er sitzt auf dem Kasten mit der Winde für das Schwert, den Fuß auf dem Stahlseil und merkt sofort, wenn die Spannung aus dem Seil verschwindet, das Schwert also Grundberührung hat. Er mutiert also praktisch zum Lot.

Die Entscheidung fällt auf der Wantij bei Tonne MR 1: Der Wind hat weiter zugenommen, kommt nun direkt von vorn und wir müßten auf dem Weg nach Texel kreuzen, bei fallendem Wasser und schmaler werdenden Fahrrinnen eine üble Maloche, da die Schläge immer kürzer werden. Also, vernünftiger Weise ändern wir unsern Kurs und fahren nordwestlich mit 320 Grad in Richtung Vlieland, auch ein schönes Ziel! Über die Inschot geht es auf nördlichem Kurs in Richtung Vlieland, für uns neu, bisher haben wir Vlieland immer auf driektem Weg über den Blauwe Slenk angelaufen. Aber schön hier, wir sind ziemlich allein.

Und dann passiert es doch, wir fahren uns fest! Dabei wollten wir doch nur eine kleine Ecke "schnippeln" - soll man bei Niedrigwasser eben nicht tun. Alles rennt zum Bug, damit der Antrieb uns vielleicht doch noch rauszieht, volle Fahrt zurück, mehrere Versuche, dann klappt es. Mindestens eine Stunde Wartezeit bliebt uns erspart, es geht weiter. Glücklich posiert der "Ballast" für ein Erfolgsfoto: GESCHAFFT!!!

Tja, da kommt dann Freude, vielleicht haben die Geschäfte auf Vlieland ja doch noch geöffnet, wenn wir anlegen???

Auch Meinhard und Marion freuen sich auf den Landgang, aber erstmal konzentrieren sich alle auf die Backbordseite....

Und was gibt es da zu sehen? Kennern des Reviers ist längst klar, unser Weg muss an Richel vorbeiführen, der Kinderstube der Seehunde im Watt, und da will Werner natürlich einen Blick riskieren...

Auch unsere Teenies suchen mit, und was sehen sie???

Auf jeden Fall mehr, als dieses Foto zeigen kann, denn das Zoom der Digitalkameras ist natürlich mit der Leistungsfähigkeit der Ferngläser nicht zu vergleichen. Egal, die schwarzen Würstchen sind auf jden Fall Seehunde (EHRLICH!), große, kleine - ein schönes und friedliches Bild. Das Watt ist eben ein unvergleichlicher Naturraum!

Mittlerweile haben wir den Vliestroom erreicht, das Seegatt zwischen Vlieland und Terschelling. Und die Flut hat begonnen, der Wind kommt aus Südwest und nimmt zu - da werden die Wellen unangenehmer. Aber einem echten Profi macht das nichts aus, Marion liest ungerührt weiter...

Aber sie ist nicht die einzige Leseratte an Bord - windgeschützt durch den Aufbau und durch die Schwimmweste warmgehalten, hat auch Johanna ihr Buch herausgeholt und versinkt in der Welt der Phantasie.

...aber wir haben es auch gleich geschafft, im kleinen Hafen von Vlieland finden wir einen schönen Liegplatz, ziemlich in der Ecke, aber Steffen drückt die Hoop op Welvaart gekonnt in die Lücke. Für uns ist es immer wieder beruhigend, wenn sich beim ersten Anlegen herausstellt, dass der Skipper ein richtiger Profi ist. Aber vorher müssen die Lappen runter.

Und dann gibt es Landgang, leider klappt man in Oost-Vlieland gerade die Bürgersteige hoch, aber mit ein bisschen Tempo kaufen wir noch die wichtigen Kleinigkeiten und kommen gerade noch zurecht, um ihn zu probieren...

den NIEUWE, frischen Mattjes mit Zwiebeln, den Frank hier so meisterhaft und wirklich profimäßig verspeist. Schmeckt einfach großartig!

Und nach dem Essen geht die erste Seite ins Netz, schließlich wollen unsere Freunde in aller Welt wissen, wie es uns ergangen ist. Marc etwa liest in einem Internet-Café in Honkong von unserem Auflaufen! Und das Erstellen macht großen Spaß - läuft ja auch mit einem MAC!

Derweil sinkt draußen die Nacht über Vlieland - und statt abzunehmen oder gar einzuschlafen frischt der Wind noch auf, eigentlich ein untrügliches Zeichen für eine Wetterverschlechterung - aber Bange machen gilt nicht, sehen wir, wie´s Morgen aussieht!

Achso, über das Essen gibt es auch ein paar Bilder, und zwar HIER, wer gleich beim nächsten Schlag weiterlesen will,

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Der Reisebericht ist Teil der Domain www.czierpka.de. Das Copyright liegt bei Karl-Heinz Czierpka, es gelten die im Impressum und in der Erklärung zum Datenschutz

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