Emsland, Friesland, Saterland - en een beetje Provincie Groningen - Sommertörn 2007

Etappe 2: Auf dem Ems-Vechte-Kanal nach Nordhorn

Die Evers-Kotting-Brücke kommt näher. Für 15.15 Uhr habe ich mich hier mit dem Brückenöffner verabredet. Das ist völlig unkompliziert - etwa zwei Stunden vorher anrufen und einen Termin absprechen - klappt. Zweimal am Tag gibt es die Möglichkeit zur Öffnung. Dass man hier überhaupt fahren kann und darf verdanken wir den unermüdlichen Einsatz einiger Menschen, die sich im Verein Verein GrafSHIP zusammen geschlossen haben, GrafSHIP steht für „Grafschafter Schiffswege und Häfen-Instandsetzungs Projekt e.V.“ - der Verein mit dem sperrigen Namen hat sich die Wiedererweckung der Linksemsischen Kanäle auf die Fahnen geschrieben und nun mit dem Ems-Vechte-Kanal EVK den ersten Schritt geschafft und den ersten großen Erfolg gehabt! Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank! Informationen über den Kanal und den Verein sowie wichtige Links auf meiner EVK-Seite:
21 Kilometer neue Wasserwege - der Ems-Vechte-Kanal EVK

Ein Gleiter kommt vorbei - die beiden sind völlig ohne Revierinformationen unterwegs und wollen wissen, wie es weiter geht - für sie ist die Brücke ja kein Hindernis.

Die Brücke wird geschlossen, für die Passanten immer noch eine kleine Sensation, denn allzu oft geschieht das nicht. Alles in Handarbeit - Schranken zu und dann die Brücke lösen und von Hand drehen. 1870 mussten 500 französische Kriegsgefangene mit dem Bau des Kanals beginnen. 1000 bis 1200 Menschen waren täglich hier im Einsatz. Die Textilindustrie Nordhorns profitierte am meisten vom neuen Wasserweg, doch in den 50er Jahren schlief der Betrieb praktisch ein, seit 1975 fungiert er auch offiziell nur noch als Vorfluter, außerdem bringt er Ems-Wasser in den Haren-Rütenbrock-Kanal - dadurch werden dort die Schleusungsverluste ausgeglichen. Bis 2008 darf er probeweise von Sportbooten befahren werden.

Schnell bin ich durch, auf der anderen Seite wird gebaut, zwei Fundamente entstehen. Eine neue Brücke soll den Kfz-Verkehr künftig über den Kanal führen, nur der Radweg soll noch über die alte Drehbrücke führen. Die Anwohner werden begeistert sein, denn der Holzbelag der Kotting-Brücke klappert bei jedem Auto laut und unüberhörbar. Die "Neue" wird übrigens hoch genug werden für Boote - 3,50 meint mein Brückenöffner zu wissen - die Sünden der Vergangenheit werden sich also nicht wiederholen, sicher auch ein Verdienst von GrafSHIP.

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