Corona-Sommer Nummer ZWEI

Bericht von Karl-Heinz Czierpka

Tja, wer hätte das gedacht? Sah es doch im Sommer 2020 lange Zeit so aus, als würden wir, als würde vor allem Deutschland, die Pandemie locker meistern. Hustekuchen. Als Karl Lauterbach* von der anlaufenden zweiten Welle sprach, haben sich viele mit dem Finger an die Stirn getippt. Ich hielt das anfangs auch für überzogen. Wir mussten unsere Norwegen-Planung ja über Bord werfen, waren aber mit dem Wohnmobil drei Wochen in Dänemark. Da war es noch viel lockerer, kaum jemand trug eine Maske, auf den Wegen zum Strand war es manchmal richtig eng - da kamen wir uns mit unseren antrainierten Regeln schon SEHR exotisch vor. Bei meinen Fahrten durch das Ruhrgebiet traf man allenthalben auf oftmals halbseidene Umsetzungen der Schutzmaßnahmen. In Marina-Büros und in den Läden thronen die Angestellten oft hinter Alibi-Plexiglas-Abtrennungen - die Kunde von Aerosolen hatte sich noch nicht bis in die Politik vorgearbeitet, jedenfalls wurde nicht wirklich darüber nachgedacht. Zweimal habe ich die Büros in den Yachthäfen nicht betreten und meinen Obolus außen entrichtet, einmal unter einen Stein gelegt als sich der unmaskierte Mensch im ungelüfteten Kabuff weigerte, nach draußen zu kommen. Aber es gab auch gute Erfahrungen, so mit dem wdr-Team rund um Regisseur Achim Scheunert - das war ein tolles Erlebnis. Trotz Corona, trotz Masken. Und es ist ein schöner Film geworden.
Der Film im wdr

*Karl Lauterbach - finde ich übrigens inzwischen große klasse! Alle seine Vorhersagen, oft als finstere Prognosen verschrieen, haben sich - leider, wie er selbst sagt - bewahrheitet. Als Epidemiologe sprechen für ihn die Zahlen eine klare Sprache. Zahlen lügen nicht, man muss sie nur verstehen. Und die wenigsten wissen, was ein exponentielle Wachstum wirklich ist. Naturwissenschaftler gehen damit um. Darum hat die Bundeskanzlerin damit nie Probleme gehabt. Andere reiben sich dann die Augen: Sooo schnell steigen die Zahlen? Muss man ja auch nicht verstehen, dieses Wachstum, aber dann sollte man die Menschen, die damit hantieren können, nicht als apokalyptische Spinner abtun.

Und nun? Ich schreibe diese Zeilen im April 2021 - überall werden Verordnungen auf kommunaler Ebene erlassen. Die Regierung Lasschet ist nicht in der Lage, in NRW einen landesweiten Lockdown anzuordnen, obwohl sie es jederzeit könnte. Und obwohl es so beschlossen war. Der Landesvater hat zwar die Beschlüsse der Ministerpräsidenten-Konferenz mitgetragen, sie aber nur verwässert umgesetzt und zieht nun nicht die vereinbarte Notbremse. Klar, er ist im Kanzler-Kandidaten-Kür-Modus, seine Umfragewerte sind wegen der unsäglichen Corona-Politik der Regierung im Keller - da kann er sich nicht auch noch um Gesundheit und Leben seiner Landeskinder kümmern. Die Infektionszahlen schießen durch die Decke, man streitet über die Ausgangssperren und die Rate derjenigen, die an Corona sterben werden, ist unverändert bei 2,5%. Es sterben Menshcne im besten Alter, Mütter, Väter, die jüngste Beatmungspatientin in Dortmund ist mal gerade 29 Jahre alt. Gestern fast 21.000 Neuinfektionen in Deutschland, mehr als 500 dieser Menschen werden sterben. 500 Tote, nur durch die Neuinfektionen eines einzigen Tages! Und da sieht man "rechtsstaatliche Probleme" bei der Ausgangssperre. Nicht zu fassen, aber diese Diskussion wird die Bundesbremse verzögern, um eine Woche. Die Intensivmediziner betteln, ja flehen seit Wochen förmlich um einen harten Lockdown, sie sehen die Triage kommen. Was das alles bei exponetiellem Wachstum heißt, kann man sich ausrechnen. Es werden viele Menschen unnötig sterben, Menschen die wir brauchen, die ihren Kindern, ihren Familien, ihren Freunden fehlen werden. Unnötig, nur weil die Politik nicht versteht, nicht reagiert oder sich über andere wichtige Dinge die Kopf zerbricht. Etwa, wer der nächste Kanzlerkandidat der christlichen Partei werden soll. Die haben auch das Wort "christlich" irgendwie nicht verstanden.


Das übliche Winterlager-Chaos im Boot

Trotzdem das Boot wassern? Woher kommt die Zuversicht, dass es einen Boot-Sommer geben wird? Okay, wir sind inzwischen einmal geimpft, die 2. Impfe kommt im Juni. Aber was heißt das schon angesichts immer neuer Mutanten. Es wird auf jeden Fall ein Sommer mit Maske werden, aber da sind wir ja inzwischen schon gut trainiert. Es gibt schlimmere Dinge als eine Maske zu tragen. Ob die Fahrt durch Polen klappt? Die krebsen derzeit bei einer Inzidenz von über 300 herum, da muss sich also noch einiges tun. Immerhin sind sie von fast 500 schon ganz schön runtergekommen, in Warschau lag die Inzidenz Ende März bei 750 und es wird ja auch noch viel Wasser die Oder hinunterfließen bis Polen für mich aktuell wird. Der Optimismus siegt, das Boot wird startklar gemacht und dann sehen wir weiter. Mitte April steht der Mast. Versuchen wir aus der Saison für uns eine schöne Zeit zu machen, irgendwie wird es gut werden, irgendwie.

Grundsätzlich wird es für 2021 nur diesen einen Bericht geben, in den sich die Vorbereitungen eingliedern werden. Also einfach Lesezeichen legen und dranbleiben!

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Und nun viel Spaß,

Karl-Heinz Czierpka

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