Warnung!!!

Hier kommen Kalles schmutzige Seiten

Der Prolog - ein paar klitzekleine Vorbemerkungen

Ich muss jetzt mal ganz einfach mit einem Geständnis beginnen: Ich bin ein echter NICHT-Putzer! Nichts geht mir mehr auf den Senkel, als früh morgens mit Pütz und Ledertuch das Boot vom Schmutz der Nacht zu befreien und für den Tag "schön zu machen" - wie es ein Steg-Nachbar einmal nett formulierte. Da sitze ich - als bekennender Frühaufsteher - lieber in der Plicht und wärme mir in der herrlichen Morgenfrische die Hände am ersten Espresso des Tages. Und es ist schon fast eine Ironie des Schicksals, dass ich jetzt hier am Computer hocke und einen Text über das Putzen schreibe. ICH!


12qm tau-nasse Dachfläche abledern? Ohne 20x das Leder auszuwringen

Aber eines nach dem anderen. Jeder, der ein Boot hat, merkt sehr zügig, dass die Dinger

1. schnell dreckig werden und dass man
2. den Dreck entweder frühzeitig entfernt oder ihn
3. fix verteilt überall wieder findet

Und Möwenscheiße auf dem Polster ist kein kleines Missgeschick, denn dann fängt die Arbeit erst so richtig an. Also sucht man nach einem Kompromiss. Bei mir heißt das: Laufwege und Vordeck sauber und trocken. Da aber der Tau vom Dach und vom Aufbau noch Stunden später auf die Gangbords tropft, schließt das meistens ein Abledern des großen Daches mit ein. Da so ein Leder nicht viel Wasser aufnimmt, laufen anschließend Wasserstreifen an den Fenstern herunter - sieht blöde aus und kann gerade bei Gegenlicht die Sicht beeinträchtigen. Natürlich müssen auch die Fenster grundsätzlich so sauber sein, dass man auch bei tief stehender Sonne gute Sicht hat und der gesamte Bereich der Plicht - da, wo man tagsüber sitzt und liegt - sollte schon kurz gesäubert werden. Sonst ist der Dreck ruck-zuck überall.


Fußspuren auf dem Vordeck nach einem Tag mit 7 Schleusen

Und weil man für das alles nicht so viel Zeit verplempern will, nimmt man sich reichlich Chemie mit auf die Reise. Ich habe zu Beginn meiner "Skipper-Karriere" viel Geld für Reinigungsmittel ausgegeben, sehr viel sogar. Die Kataloge der Versender sind voll davon, bei Gründl listet man die chemischen Helfer auf elf (!) DIN A4-Seiten, bei einem lokalen Händler wie Pieper in Gladbeck findet man meterweise Regale voller Chemie. Die großen Platzhirsche wie International und Yachticon bieten Spezialreiniger für fast jedes Problem an - Rost- und Kalkentferner, Gummistreifenentferner, Rußentferner, Gilbentferner, Möwendreckentferner - die Liste ist lang. Starbrite drängt seit einigen Jahren auf den Markt. Zahlreiche sehr wirkungsvolle Mittel enthalten Silicon oder Nano-Partikel - ein absolutes no-go! Doch anscheinend sind viele Bootsmenschen davon ebenso enttäuscht wie ich, denn sonst gäbe es nicht diese Unzahl von "Geheimrezepturen", die in den Foren und am Steg gehandelt werden. Vieles davon ist mehr als grenzwertig, etwa der Tipp, Geschirrspülmaschinenmittel und Toilettenreiniger zu mischen und aufzukochen (!) - das soll gegen jede Art von Kalkablagerung helfen! Und natürlich habe ich selbst mehrere Kloreiniger ausprobiert und im Gestank derselben mit Schutzbrille und Kratzen im Hals den Rumpf geputzt. Ich habe nicht viel ausgelassen (außer der Horrormischung von oben).


Emsschlick und Kalk - teuflische Mischung am Rumpf

In meiner Putzkiste habe ich zuletzt nicht weniger als 15 verschiedene Produkte gezählt, mit denen ich nur mehr oder weniger zufrieden war. Etwa die gleiche Menge hatte ich bereits zwischenzeitlich als ungeeignet verklappt. Dazu kommen jede Menge Schwämme, Tücher, Einsätze für Wischer, Bürsten und verschiedene Stiele dazu. Auch wenn man es nicht wahr haben will: Bootsmenschen sind Putzteufel, selbst die Putzmuffel müssen ran. Jeden Tag. Wobei wir noch nicht über den Jahresendputz und das Großreinemachen zu Beginn der Saison gesprochen haben. Das ist noch ein ganz anderes Kapitel! Aber davon gleich mehr.


Einwirken lassen an senkrechter Bordwand - geht nicht? DOCH!

Ein kleine Hinweis noch von mir: Viele der Fotos und einige der Texte sowie diverse Tipps habe ich früher schon einmal veröffentlicht. Dies hier ist eine Zusammenfassung der unterschiedlichen Probleme und der Lösungen, die ich mittlerweile gefunden habe. Alles etwas systematischer.

Und da sind wir bei einem ganz wichtigen Punkt: Jeder muss selbst seinen Weg durch den Dreck und den Dschungel der vielen Hilfsmittelchen finden. Ich will (und muss) niemanden überzeugen, ich möchte nur zeigen, wie und mit welchen Hilfsmitteln ich es mache. Und das alles ist nicht nur auf meinem eigenen kleinen bescheidenen Mist gewachsen, denn es kam professionelle Hilfe dazu. Meine Nichte Jördis habe ich immer mit "ihren komischen Mittelchen" aufgezogen - aber irgendwann ihre Hilfe gebraucht. Auch dazu gleich mehr. Mein theoretischer Hintergrund aus Chemie und Physik und meine oft gelobte Fähigkeit, gut erklären zu können (fast 40 Jahre als Lehrer für ausgewiesene Angstfächer machen sich dann eben irgendwie doch bemerkbar) kommen dazu - nun also diese Seite: Karl-Heinz Czierpka als Putzmeister - die schmutzigsten Seiten im Internet. Jetzt los!

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