Wir fahren eine Extraschicht

Nacht der Industriekultur in Dortmund

Dann wird es Nacht über Dortmund, die Nacht der Industriekultur beginnt! Seit Jahren fährt das Revier eine Extraschicht, seit Jahren erfreut sich diese Veranstaltung großer Beliebtheit. 150.000 Menschen fahren auch in dieser Nacht mit den pausenlos verkehrenden Pendelbussen quer durch das revier, einer der fünf Drehscheiben ist der Dortmunder Hafen. Schon kurz nach Sonnenuntergang stehen die ersten Schaulustigen auf der Hafenbrücke - in der Nacht quälen sich Statiker mit der Frage, ob das massive Geländer dem Druck standhalten kann, so voll wird es da werden. Der verkehr in der Nordstadt bricht zusammen, Tickets gibt es keine mehr und über 50.000 Besucher drängeln sich im und um das Solendo.

Die Atmosphäre ist wieder einmalig und das Wetter trägt seinen Teil bei: Zwar ziehen dunkle Wolken auf, aber es bleibt warm und trocken. Auch wir genießen den lauen Sommerabend und verteidigen unseren Strandkorb bis zuletzt.

Der Höhepunkt der Nacht: Ilotopie! Unsere französischen Freunde verwandeln das Hafenbecken in eine Theaterbühne und führen eine lustige Geschichte auf dem Wasser auf, all die skurrilen Fahrzeuge kommen zum Einsatz, zuletzt unterstützt von einem Feuerwerk. Schöne Sache, so ganz kann ich den Mega-Hype um diese "Parade der Unmöglichkeiten" nicht nachvollziehen, aber es war schön anzusehen.

Das alte Hafenamt hat sicher schon aufregendere Dinge gesehen, heute dient es nur als Kulisse. Weit nach Mitternacht bin ich froh, dass es nur wenige Meter bis zum Boot sind - schlafen! Aber ich habe die Rechnung ohne meine Kumpels gemacht. Da in meinem Kühlschrank Ralles Billigbier lagert und man das da nun nicht bis zum Ablauf des sicher irgendwo aufgedruckten Haltbarkeitsdatums reifen lassen möchte überzeugt man mich von der dringenden Notwendigkeit, noch einen Schluck zusammen nehmen zu müssen.

Ich willige ein unter der Bedingung, dass nach einer Flasche (für jeden versteht sich) Schluss ist. Und, das möchte ich ausdrücklich betonen, trotz deutlich erhöhtem Alkoholspiegel hält man sich an diese Zielvorgabe. Erstmals kommt übrigens Axels Grablicht zu Ehren, die elektronisch flackernde Kerze, unterstützt vom roten Kartenleselicht im Cockpit sorgt für eine gemütliche Stimmung. Bin ich froh, dass wir hier hinten in der Ecke liegen, weit ab vom Schuss, denn im Solendo geht die Post jetzt erst richtig ab! Ich bin nur noch müde, Gute Nacht!

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